Tauranga und der Weg ins Coromandel – Von Haikus und Goldrausch

Nach dem letzten etwas wenig informativen Blog kommen jetzt noch so ein paar Geschichten aus Matamata. Wir waren dort vor allem, um – wie ihr im letzten Blog schon gesehen habt – Hobbiton zu besuchen. Dort wurde für den „Herr der Ringe“ und auch für den „Hobbit“ die Außenkulisse in einer Schaffarm gebaut. Eigentlich sollte nach dem Dreh des „Herr der Ringe“ die gesamte Kulisse wieder abgebaut werden. Alle Türen, Zäune und so weiter wurden auch schon entfernt, dann unterbrach der Winter die Arbeiten, so dass die schlicht mit Beton ausgegossenen Löcher in der Erde erhalten blieben. In der Zeit bis zum Frühjahr, tauchen so viele Leute auf, die den Ort sehen wollten, das der Farmer beschloss, die Löcher in der Erde zu behalten. Für den Wiederaufbau bei den Hobbit-Filmen wurden dann permanente Materialien anstatt Schaumstoff und Plasik verwendet und die Kulissen für die Öffentlichkeit erhalten.

Das bedeutet natürlich, dass dort auch einiges los ist. Etwa jede halbe Stunde startet eine der zweistündigen Führungen durch das Filmset und so sind dort auf einmal auch gerne mal 200 Leute unterwegs. Trotzdem ist es sehr beeindruckend, mit welcher Liebe zum Detail all die Höhleneingänge gestaltet wurden. In die Höhlen hinein kann man nicht, da alle Innenräume in Studios gedreht wurden, und sich daher hinter den Türen nur ein kleiner Hohlraum befindet, so dass man Personen beim Betreten und Verlassen der Häuser filmen konnte. Allerdings haben sie für die Touristen das Wirtshaus „The Green Dragon“ auch im Inneren des Gebäudes nachgebaut. Das ist aber auch der einzige Ort, in den man hineingehen kann.

Natürlich hat so viel Rummel auch auf den 7000-Einwohner-Ort abgefärbt. Die I-Site (Touristeninfocenter) wurde in den letzten Jahren mit einer Außenhülle im Hobbitstil umgeben und es befindet sich daneben stolz ein Schild mit „Welcome to Hobbiton“. Ansonsten sieht der Ort aus, wie viele andere Orte dieser Größe hier: Entlang einer Hauptstraße reihen sich verschiedene kleine Geschäfte und Takeaways unter den üblichen unschönen Überdachungen und abgesehen von Hobbiton gibt es nicht viel zu sehen.

Welcome to Hobbiton

Nach unserer Hobbit-Tour sind wir weitergefahren nach Mount Maunganui. Dieser Ort liegt im Umland von Tauranga an der Bay of Plenty auf einer Halbinsel. An der Spitze der Halbinsel ist der namensgebende Berg Mauao. Als wir nachmittags dort ankamen, waren wir zu faul, um uns an den 1,5 Stunden langen Aufstieg zu machen und besuchten lieber den nahegelegenen Strand, ein langer feiner Sandstrand, der sich über mehrere Kilometer über die gesamte Ostküste der Halbinsel zieht. Zum Baden war es uns allerdings zu wolkig und zu windig und damit zu kalt.

Strand vom Mount Maunganui

Am nächsten Tag ging es weiter nach Norden, das Ziel: Whitianga auf der Coromandel Peninsula, wo wir die nächsten 3 Tage bleiben wollten. Coromandel ist für seine wunderschöne Natur, insbesondere seine Strände bekannt und wir wollten dort zum Abschluss unserer Neuseelandzeit nochmal im Meer baden. Auf dem Weg dorthin haben wir noch an zwei Sehenswürdigkeiten Halt gemacht.

Die erste war ein „Haiku-Walkway“ in Katikati. Ein Haiku ist eine japanische kurze Gedichtsform, die traditionell in drei Teile mit jeweils 5 – 7 – 5 Silben oder Lauteinheiten aufgeteilt wird. Beim Schreiben der Haikus geht es vor allem um das Festhalten eines Augenblicks.

Haiku - Weg

Entlang eines schönen Weges im örtlichen Park wurden Steine aufgestellt, in die Haikus von internationalen und neuseeländischen Autoren eingraviert wurden. Der Weg verläuft großteils entlang eines Flusses und war sehr stimmungsvoll.

Ina mit einem HaikuMili´s liebstes Haiku

Unser zweiter Stop war ein Naturschutzgebiet namens Karangahake Gorge. Neben einer Schlucht sind die eigentliche Hauptattraktion dort alte Goldminentunnel in denen man, mit einer Taschenlampe bewaffnet, frei herumlaufen kann.

Am Fluss

Zu Beginn des Weges, neben der Straße, konnte man die Überreste eines alten Kraftwerkes sehen. Die Neuseeländer sind dabei sehr eifrig, ihre etwa 150 Jahre alten Ruinen zu erhalten und mit stolzen Informationstafeln zu versehen und es war tatsächlich ein Arbeiter dort, der Rasen mähte.

Historic Buildings

Danach gingen wir etwa 30 – 40 Minuten entlang der Schlucht bis wir zu den Eingängen der Minen kamen. Die Schlucht war für sich alleine schon sehr sehenswert, denn man lief zum Teil auf einem schmalen Weg in der Felswand beinahe direkt über dem Wasser.

Karangahake GorgeIna über der Schlucht

Mittels einer Schwingbrücke ging es über den Fluss und dann einige Stufen hinauf zu den Minen. Das DOC (Ministerium für Tourismus und Landschaftsschutz) kümmert sich dabei um den Erhalt des Weges und der Minen und daher kann man dort frei, völlig ohne Eintrittsgeld oder Führung umhergehen. Am Eingang gibt es lediglich ein Hinweisschild, dass man eine Taschenlampe dabei haben sollte.

Schwingbrücke

Wir sind nur in einem sehr kleinen Teil der Anlage umhergelaufen, der sich durch mehrere „Fenster“, also Durchbrüche, von denen man nach außen sehen konnte, auszeichnete. Zwischen den Fenstern war es trotzdem stockfinster und wir konnten einige Höhlenglühwürmchen sehen, deren helle Punkte fast wie Sterne an der Höhlendecke leuchteten.

Mili im TunnelIna und Mili im StollenGleise in den MinenDunkle Tunnel

Zurück sind wir auf dem selben Weg durch die Schlucht – nein wir haben uns nicht in den Tunneln verirrt – und haben bei einem riesigen verrosteten Eisenrad noch einen Fotostop eingelegt. Einen Sinn des Rades oder einen früheren Verwendungszweck konnten wir nicht ergründen, allerdings gab es so einsam mitten im Grün stehend ein interessantes Fotomotiv.

Minenschrott in der Landschaft

Ina mit SchrottMili mit Schrott

Am späten Nachmittag kamen wir dann in Whitianga, einem kleinen (für die Gegend aber sehr großen) Ort an der Ostküste der Coromandel Peninsula an. Dort haben wir die letzten drei Tage die Sonne (wann immer sie sich blicken ließ) genossen, genaues folgt sicherlich in einem weiteren Blog.

Zum Ende haben wir noch von einer weiteren neuseeländischen Kuriosität zu berichten: dem Hundetransport. Dabei stehen/laufen die Hunde normalerweise frei auf der Ladefläche der uns überholenden Pick-Ups herum. Sie sind erstaunlich neugierig und, so haben wir das Gefühl, stecken ihre Nase immer in den größten Fahrtwind, wenn sie versuchen seitlich am Auto vorbei zu sehen. Zuallererst ist das ein sehr befremdlicher Anblick, da man immer Angst hat, der Hund würde gleich auf die Straße springen, aber offensichtlich wissen die Hunde, das ses für sie besser ist, auf der Ladefläche zu bleiben (auch wenn Herrchen shoppen geht 😉 ).

typischer Hundetransport

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